{"id":2205,"date":"2024-10-02T15:21:00","date_gmt":"2024-10-02T13:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/abhaengigkeit-verringern\/"},"modified":"2025-04-15T11:11:07","modified_gmt":"2025-04-15T09:11:07","slug":"abhaengigkeit-verringern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/abhaengigkeit-verringern\/","title":{"rendered":"\u201eAbh\u00e4ngigkeit verringern\u201c"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matthias Magnor \u00fcbernimmt am 1. Januar 2025 die Position des Vorstandsvorsitzenden der BLG Logistics Group. Er tritt damit die Nachfolge von Frank Dreeke an, der in den Ruhestand geht. Im Gespr\u00e4ch mit der DVZ gibt Magnor Einblicke in den Ausbau der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit, die wirtschaftlichen Perspektiven in der automobilen Kontraktlogistik und die Internationalisierung des Unternehmens.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2202,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2205","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infrastructure-de"],"acf":{"bildunterschrift":"Matthias Magnor","foto-credit":"BLG","autor":"Robert K\u00fcmmerlen","gastautor_firmaposition":"","zuerst_publiziert":"Dieser Artikel erschien zuerst in der DVZ","absatz_1_bis_3":"<p>Die chinesische Automobilindustrie investiert massiv in Elektromobilit\u00e4t. Matthias Magnor, designierter CEO der BLG Logistics Group, ist beeindruckt von der dortigen Entwicklung. Die asiatischen Automobilhersteller h\u00e4tten viel von der deutschen Industrie gelernt und sie mittlerweile \u00fcberholt. Das hat auch Folgen f\u00fcr den Bremer Logistikdienstleister.<\/p>\r\n<p><strong>DVZ: Herr Magnor, es sind keine drei Monate mehr, dann treten Sie die Nachfolge von Frank Dreeke an. Sind Sie aufgeregt?<br \/><\/strong>Matthias Magnor: Nat\u00fcrlich bin ich aufgeregt, das geh\u00f6rt dazu. Ich habe es mal mit einem Sprung vom Zehn Meter-Brett verglichen \u2013 man ist entschlossen, steht oben und muss springen. Es ist eine Mischung aus Vorfreude und Respekt vor der Aufgabe, die eine gesunde Anspannung erzeugt. Zum Gl\u00fcck war die \u00dcbergabe bisher ein kontrollierter und gut geplanter Prozess. Frank Dreeke gibt viele seiner Kontakte weiter, was sehr, sehr hilfreich ist. Gleichzeitig l\u00e4uft das operative Gesch\u00e4ft nat\u00fcrlich weiter.<\/p>\r\n<p><strong>Wie gut sind Sie auf GXO zu sprechen?<br \/><\/strong>Sie spielen auf den Verlust des Tchibo-Gesch\u00e4fts an. Das war sicherlich schmerzlich, zumal die Gesch\u00e4ftsbeziehung \u00fcber 20 Jahre bestand und Tchibo ein wichtiger Kunde in der Kontraktlogistik war. Aber solche Entscheidungen geh\u00f6ren zum Gesch\u00e4ft. Es war eine n\u00fcchterne, kaufm\u00e4nnische Entscheidung, die von beiden Seiten getroffen wurde. Nat\u00fcrlich bedauern wir das, aber gleichzeitig konnten wir neue, spannende Projekte gewinnen, die uns weiter nach vorne bringen.<\/p>\r\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie uns ein Beispiel f\u00fcr neue Projekte nennen, die diesen Verlust kompensieren?<br \/><\/strong>Wir haben unter anderem k\u00fcrzlich einen Gro\u00dfauftrag von einem deutschen Kosmetikhersteller erhalten. Wir \u00fcbernehmen f\u00fcr ihn die Entsorgung der Produktion und die Distribution im Raum Leipzig. Dieses Projekt reduziert unsere Abh\u00e4ngigkeit von der Automobilindustrie und st\u00e4rkt unser Portfolio. Au\u00dferdem konnten wir die Produktionslogistik von Mercedes-Benz in D\u00fcsseldorf f\u00fcr die Sprinter-Produktion gewinnen. Weitere neue Auftr\u00e4ge kommen von Siemens, unter anderem f\u00fcr die Turbinenmontage in Bremerhaven sowie f\u00fcr neue Projekte in Berlin und Nordrhein-Westfalen.<\/p>\r\n<p><strong>Welches Volumen hat das Gesch\u00e4ft mit dem Kosmetikhersteller?<br \/><\/strong>Details kann ich aktuell nicht nennen. Wir werden eine dreistellige Zahl von Mitarbeitern besch\u00e4ftigen.<\/p>\r\n<p><strong>Wann geht es los?<br \/><\/strong>Der Go-live ist f\u00fcr Anfang 2027 geplant. Bis dahin entwickeln wir dieses hochkomplexe Projekt zusammen mit unserem Kunden.<\/p>\r\n<p><strong>\u00dcbernimmt die BLG auch das E-Commerce-Fulfillment?<br \/><\/strong>E-Commerce ist im Moment nicht Teil der Abwicklung. Aber auch das ist ja eine M\u00f6glichkeit, die sich in Zukunft noch entwickeln k\u00f6nnte.<\/p>\r\n<p><strong>Mercedes-Benz ist schon l\u00e4nger Kunde der BLG. Welchen Umfang hat das Neugesch\u00e4ft in D\u00fcsseldorf?<br \/><\/strong>Durchschnittlich werden hier \u00fcber 100 Mitarbeiter besch\u00e4ftigt sein.<\/p>\r\n<p><strong>Die deutsche Automobilindustrie ist in einer schwierigen Lage. Wie sch\u00e4tzen Sie die Situation ein, vor allem im Vergleich zur Konkurrenz aus China?<br \/><\/strong>Die Automobilindustrie steht derzeit vor gro\u00dfen Herausforderungen, das ist unbestritten. Ich war vor kurzem in Shenzhen bei BYD, und es ist wirklich beeindruckend, was dort entstanden ist. Die chinesischen Autobauer haben viel von der deutschen Industrie gelernt und sind jetzt in einer Situation, in der der Sch\u00fcler den Meister \u00fcberholt hat. Und das ist nicht unbedingt \u00fcberheblich zu verstehen, sondern im Sinne eines gesunden Selbstbewusstseins. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den r\u00fcckl\u00e4ufigen Exportzahlen von Premiumfahrzeugen nach China. Die Folgen f\u00fcr uns sind tiefgreifend. In der Kontrakt- und Produktionslogistik und auch im CKD-Bereich gehen die Volumina massiv zur\u00fcck. Da reden wir nicht von 10 oder 15 Prozent, sondern eher von 25, 30 oder sogar 35 Prozent R\u00fcckgang. Das ist nat\u00fcrlich eine Herausforderung, so etwas mit einer bestehenden Mannschaft gut zu managen.<\/p>\r\n<p><strong>Wie kann das gelingen?<br \/><\/strong>Wir versuchen, die Abh\u00e4ngigkeit von der Automobilindustrie zu verringern, indem wir neue Kunden in anderen Segmenten gewinnen. Dies ist nicht nur eine Herausforderung f\u00fcr uns, sondern f\u00fcr die gesamte Logistikbranche. An einigen Standorten, vor allem in der Kontraktlogistik und beim Hafenumschlag und Hinterlandtransport, sind wir stark von der Automobilindustrie abh\u00e4ngig. Das k\u00f6nnen wir aber durch Exporte und Importe \u2013 zum Beispiel aus Korea, Japan und den internationalen Werken der deutschen OEMs \u2013 ein St\u00fcck weit ausgleichen. Chinesische Automobilhersteller spielen in unserem Portfolio in Bremerhaven bisher nur eine geringe Rolle, sie machen etwa 5 Prozent aus. Auch wenn es Anfang des Jahres hie\u00df, ein \u201echinesischer Tsunami\u201c werde den Markt mit Elektrofahrzeugen \u00fcberschwemmen, hat sich das so schnell nicht bewahrheitet. Dennoch treiben die Chinesen ihre Expansion weiter intensiv voran.<\/p>\r\n<p><strong>Bei Elektrofahrzeugen herrscht in Deutschland allerdings noch Zur\u00fcckhaltung bei den Verbrauchern.<br \/><\/strong>Die Elektrofahrzeuge m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch verkauft werden, und da hat die kurzfristige Streichung der F\u00f6rderung nicht geholfen. Solche Entscheidungen erschweren die Planung f\u00fcr viele K\u00e4ufer. Hinzu kommt das unzureichende Netz an Ladestationen. Das hat auch mich davon abgehalten, ein reines E-Auto zu kaufen. Stattdessen fahre ich ein Hybridauto. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass Elektrofahrzeuge in den n\u00e4chsten zehn Jahren einen signifikanten Marktanteil erreichen werden.<\/p>","absatz_4_bis_ende":"<p><strong>Die Kontraktlogistik ist eng mit der Automobilindustrie verbunden. Wie stark ist die BLG von diesem Sektor abh\u00e4ngig?<br \/><\/strong>Wir haben vor etwa zwei Jahren eine strategische Zellteilung vorgenommen. Das hei\u00dft, wir haben die Automobillogistik von der restlichen Industrie- und Handelslogistik getrennt. So k\u00f6nnen wir uns besser auf andere Bereiche konzentrieren, insbesondere auf Unternehmen, die die Energiewende unterst\u00fctzen.<\/p>\r\n<p><strong>Erwarten Sie eine Konsolidierung in der automobilen Kontraktlogistik in Deutschland?<br \/><\/strong>Ja, denn ich glaube nicht, dass dieser Markt in Zukunft noch wachsen wird. Elektrofahrzeuge bestehen aus deutlich weniger Teilen als Verbrennerfahrzeuge, was den logistischen Aufwand reduziert. Au\u00dferdem wird die Produktion zunehmend in Osteuropa stattfinden. Das ist ein Trend, den wir schon l\u00e4nger beobachten und dem wir auch folgen.<\/p>\r\n<p><strong>Wie wollen Sie als k\u00fcnftiger CEO die BLG strategisch aufstellen?<br \/><\/strong>Mit unseren drei Gesch\u00e4ftsbereichen Kontrakt-, Automobil- und Containerlogistik sind wir gut aufgestellt. Aber wir m\u00fcssen flexibel bleiben und uns auf neue Marktanforderungen einstellen. Ein spannendes Feld ist zum Beispiel Carbon Capture (CO2-Abscheidung und unterirdische Speicherung, Anm. d. Red.). Ein Kunde von uns in M\u00fclheim an der Ruhr produziert Carbon-Capture-Pipelines, die einmal quer durch die Nordsee verlegt werden sollen. Wir schlagen die Rohre hier im Neust\u00e4dter Hafen in Bremen um. Aber ich bin vorsichtig, hier eine zu starke Fokussierung anzustreben. Die Erfahrung zeigt, dass Prognosen oft von der Realit\u00e4t abweichen, wie wir zum Beispiel bei der Batterielogistik gesehen haben. Dennoch wollen wir in zukunftstr\u00e4chtige Bereiche investieren und uns mit weniger konjunkturabh\u00e4ngigen Gesch\u00e4ften absichern<\/p>\r\n<p><strong>Sehen Sie zu gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeiten als eine Schw\u00e4che der BLG in der Vergangenheit?<br \/><\/strong>Nein, das w\u00fcrde ich nicht als Schw\u00e4che bezeichnen. Es ist immer leicht, im Nachhinein zu sagen, was man h\u00e4tte anders machen sollen. Niemand konnte die aktuelle Konjunkturschw\u00e4che der Automobilindustrie wirklich vorhersehen. Wir haben aber in den letzten zweieinhalb Jahren intensiv daran gearbeitet, unser Produktportfolio zu verbreitern und damit die Abh\u00e4ngigkeit von der Automobilindustrie zu reduzieren.<\/p>\r\n<p><strong>Wie gro\u00df war denn die Abh\u00e4ngigkeit von der Automobilbranche, und was ist dann der Zielwert f\u00fcr die Reduzierung?<br \/><\/strong>Wir haben drei relativ gleichwertige Gesch\u00e4ftsbereiche, von denen der Bereich Automobile mit einem Umsatz von 600 Millionen Euro vollst\u00e4ndig von der Automobilindustrie abh\u00e4ngig ist. \u00c4hnlich sieht es bei der Kontraktlogistik aus, die ebenfalls rund 600 Millionen Euro Umsatz macht, davon rund 200 Millionen direkt mit der Automobilindustrie. Das ist schon eine recht hohe Abh\u00e4ngigkeit.<\/p>\r\n<p><strong>Welche Branchen werden denn jetzt besonders als Alternativen in den Blick genommen?<br \/><\/strong>Konsumg\u00fcter sind f\u00fcr uns ein sehr spannender Bereich. Gerade im Bereich der hochwertigen Konsumg\u00fcter ist die Preissensibilit\u00e4t nicht so hoch, und wir freuen uns, den vorgenannten namhaften Kosmetikkunden gewonnen zu haben. Diesen Bereich wollen wir weiter ausbauen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen wir gerade in Branchen, die die Energiewende unterst\u00fctzen, unsere technische Kompetenz voll einbringen. Sei es in der Rohrproduktion oder bei Projekten im Energiebereich \u2013 hier k\u00f6nnen wir unsere Kompetenzen optimal einsetzen und einen wichtigen Beitrag leisten. Im Bereich Automobile m\u00fcssen wir internationaler werden. Unsere Kundenstruktur hat sich stark ver\u00e4ndert. Wo fr\u00fcher fast ausschlie\u00dflich deutsche OEMs im Fokus standen, sehen wir heute einen wachsenden Anteil asiatischer Hersteller. Deshalb m\u00fcssen wir unsere Vertriebsaktivit\u00e4ten globaler aufstellen.<\/p>\r\n<p><strong>Wie gehen Sie mit den geopolitischen Unsicherheiten um, die mit einer st\u00e4rkeren Internationalisierung einhergehen?<br \/><\/strong>Nat\u00fcrlich ist das eine Herausforderung. Die Abh\u00e4ngigkeit der deutschen Wirtschaft von China ist enorm. Auch wenn politisch viel von \u201eAbkopplung\u201c gesprochen wird, ist es schwer vorstellbar, dass sich die Sourcing-Strukturen drastisch \u00e4ndern werden \u2013 es sei denn, es kommt zu gravierenden geopolitischen Ereignissen. Solange dies nicht der Fall ist, wird China ein wichtiger Handelspartner bleiben.<\/p>\r\n<p><strong>Welche Rolle spielt China in der Internationalisierungsstrategie der BLG?<br \/><\/strong>China ist derzeit kein Markt, in dem wir gro\u00df expandieren. Wir haben uns bewusst auf andere Regionen konzentriert, in denen wir besser Fu\u00df fassen k\u00f6nnen. Ein Beispiel ist Osteuropa. In L\u00e4ndern wie Polen und Ungarn, in denen die Automobilindustrie stark w\u00e4chst, sehen wir gro\u00dfes Potenzial. Auch die T\u00fcrkei ist f\u00fcr uns strategisch wichtig. Aus M\u00e4rkten wie Indien und Malaysia haben wir uns in den letzten Jahren zur\u00fcckgezogen, weil unsere Aktivit\u00e4ten dort nicht die notwendige Gr\u00f6\u00dfe erreicht haben, um wirklich wettbewerbsf\u00e4hig zu sein. Es ist immer wichtig, die eigenen Ressourcen klug einzusetzen, und das hei\u00dft f\u00fcr uns, sich auf geografische M\u00e4rkte zu konzentrieren, in denen wir nachhaltig wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p><strong>Was macht Osteuropa f\u00fcr die BLG so attraktiv?<br \/><\/strong>Osteuropa ist eine Wachstumsregion, insbesondere durch den Ausbau der Automobilproduktion. Polen entwickelt sich f\u00fcr uns sehr positiv, und wir planen, unsere Aktivit\u00e4ten in Ungarn und eventuell Rum\u00e4nien auszubauen. Das Besondere an diesen M\u00e4rkten ist, dass wir dort nicht bei null anfangen. Wir arbeiten bereits mit bestehenden Kunden, insbesondere aus der Automobilindustrie, die in diese Regionen expandieren, zusammen und k\u00f6nnen auf diesen Beziehungen aufbauen. Das schafft Synergien und erleichtert uns den Einstieg. Wir beschr\u00e4nken uns aber nicht auf die Automobilindustrie. Unser Ziel ist es, ein breites Portfolio an Dienstleistungen anzubieten, um flexibler auf Marktver\u00e4nderungen reagieren zu k\u00f6nnen. Und wir sind in der Ukraine pr\u00e4sent und wollen uns auch nicht zur\u00fcckziehen.<\/p>\r\n<p><strong>Um nach einem Ende des Krieges mit als erstes Unternehmen am Wiederaufbau mitzuwirken?<br \/><\/strong>Genau, die Ukraine wird nach dem Krieg einen enormen Wiederaufbaubedarf haben, vor allem in der Infrastruktur. Wir sind bereits vor Ort und wollen unsere Pr\u00e4senz weiter ausbauen. Gerade Unternehmen, die im Bereich der Energieinfrastruktur t\u00e4tig sind, werden eine Schl\u00fcsselrolle spielen. Hier sehen wir gro\u00dfe Chancen f\u00fcr die BLG.<\/p>\r\n<p><strong>Wie sieht der aktuelle Gesch\u00e4ftsbetrieb in der Ukraine aus?<br \/><\/strong>Das ist wirklich eine Ausnahmesituation. Trotz des Krieges laufen viele unserer Aktivit\u00e4ten weiter, wenn auch unter sehr schwierigen Bedingungen. Unsere Teams vor Ort leisten hervorragende Arbeit, auch wenn der Alltag oft surreal erscheint. Es gibt Luftangriffe, die Menschen suchen Schutz und kehren dann wieder an ihre Arbeitspl\u00e4tze zur\u00fcck. Die Widerstandskraft der Menschen ist beeindruckend.<\/p>\r\n<p><strong>Wie bewerten Sie die Chancen auf dem US-amerikanischen Markt, insbesondere vor dem Hintergrund der Pr\u00e4sidentschaftswahl und den Ver\u00e4nderungen, die deren Ausgang m\u00f6glicherweise mit sich bringt?<br \/><\/strong>Wo ist die Kristallkugel? Das kann ich wirklich nicht sagen. Durch das Inflationsbek\u00e4mpfungsgesetz und andere Regierungsprogramme wird derzeit viel Geld in den USA investiert. Es gibt jetzt eine Art Sonderkonjunktur, und ich hoffe, dass sie anh\u00e4lt. Die USA haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass sie f\u00fcr \u00dcberraschungen gut sind. Ich glaube, dass es vor dem Hintergrund einer m\u00f6glichen Wahl von Trump sicherlich hilfreich und gut ist, vor Ort und im Land zu sein.<\/p>\r\n<p><strong>Unternehmen wie die DHL Group haben ambitionierte Wachstumsziele. Wie sehen die bei der BLG aus?<br \/><\/strong>Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und sind auf einem guten Weg. Vor allem an unseren Automobillogistik-Standorten und in den H\u00e4fen sehen wir in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten erheblichen Investitionsbedarf. Allein die Automatisierung und Digitalisierung eines Schiffsliegeplatzes wird rund 500 Millionen Euro kosten. Diese Investitionen m\u00fcssen erwirtschaftet werden. Entscheidend ist, dass sowohl das Land Bremen als auch der Bund ihrer Verantwortung gerecht werden und die notwendige Infrastruktur bereitstellen, zum Beispiel durch Projekte wie die Weservertiefung. Ohne diese Ma\u00dfnahmen wird es f\u00fcr uns schwierig, in die Suprastruktur zu investieren, da die heutigen Anlagen nicht f\u00fcr die h\u00f6heren und schwereren Containerbr\u00fccken ausgelegt sind. Hier ist das Zusammenspiel von Bund, Land und Wirtschaft gefragt.<\/p>\r\n<p><strong>K\u00f6nnte die Schenker \u00dcbernahme durch DSV der BLG in der Kontraktlogistik zugutekommen?<br \/><\/strong>Im Vorfeld gab es viel Unruhe und Verunsicherung, vor allem bei den handelnden Personen und einigen Kunden. Nachdem der Verkauf nun offiziell ist, herrscht eher eine abwartende Haltung. DSV wird die Integration wie gewohnt sehr z\u00fcgig vorantreiben. Wir m\u00fcssen abwarten, was die Kunden dazu sagen und ob sie sich bei DSV wohlf\u00fchlen. Logistik ist ein People\u2019s Business, pers\u00f6nliche Beziehungen sind oft entscheidend. Wenn Schl\u00fcsselpersonen wegfallen, k\u00f6nnten Kunden \u00fcber einen Wechsel nachdenken. Wir sind agil und nah genug am Markt, um die Chancen zu nutzen, die sich daraus ergeben.<\/p>\r\n<p><strong>Die drei Standbeine der BLG haben einen relativ stabilen Umsatzanteil. Wird sich das \u00fcber die Jahre weiterhin so darstellen, werden beispielsweise die 600 Millionen Euro Umsatz im Automobilbereich zu halten sein?<br \/><\/strong>Ja, wir gehen davon aus, dass wir die 600 Millionen Euro im Automobilbereich halten werden. Wir haben in der Vergangenheit versucht, auch in der Spedition Fu\u00df zu fassen, aber das war nur m\u00e4\u00dfig erfolgreich. Deshalb haben wir uns davon wieder verabschiedet. Wir bleiben klar in der Logistik verankert und pr\u00fcfen derzeit, wie wir unser Portfolio im Automobilsegment weiter differenzieren k\u00f6nnen. Hier sehen wir weiteres Wachstumspotenzial.<\/p>\r\n<p><strong>Wo konkret?<br \/><\/strong>Etwa bei technischen Dienstleistungen. Wir sind bereits stark im klassischen Umschlag- und Transportgesch\u00e4ft t\u00e4tig, aber durch ver\u00e4nderte Gesch\u00e4ftsmodelle der OEMs wie Leasing und Flottengesch\u00e4ft ergeben sich neue Chancen. Fahrzeuge werden zunehmend mehrfach aufbereitet, so dass wir sie auch mehrfach betreuen k\u00f6nnen. Hier sehe ich gro\u00dfes Potenzial, vor allem, wenn wir alle unsere Leistungsbausteine \u2013 von den Seeh\u00e4fen \u00fcber die Binnenterminals bis hin zum Schienen- und Stra\u00dfentransport \u2013 zusammenbringen. Da geht noch mehr.<\/p>","zitat":"In der Kontrakt- und Produktionslogistik und im CKD-Bereich gehen die Volumina massiv zur\u00fcck.","zitatgeber":"Matthias Magnor","zitatgeber_firma":"Chairman of the Board of Management, BLG Logistics Group","zahl":"","zahl_beschreibung":"","zweites_bild":null,"zweites_bild_bu":"","zweites_bild_foto-credit":"","kasten_headline":"Matthias Magnor","kasten_text":"<p>Am 1. Januar 2025 hat der 49-J\u00e4hrige die Position des Vorstandsvorsitzenden der BLG Logistics Group \u00fcbernommen. Bereits seit dem 1. Oktober 2021 ist Magnor als Vorstandsmitglied bei BLG Logistics f\u00fcr den Gesch\u00e4ftsbereich Contract verantwortlich. Zuvor war der geb\u00fcrtige Osnabr\u00fccker als Chief Operating Officer (COO) bei Hellmann Worldwide Logistics t\u00e4tig, wo er die Bereiche Stra\u00dfe, Schiene und KEP leitete. Expertise in den Bereichen Supply Chain Management, Logistik und Handel erwarb er unter anderem als CEO der LH Bundeswehr Bekleidungsgesellschaft. 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