{"id":1646,"date":"2023-03-29T08:05:49","date_gmt":"2023-03-29T06:05:49","guid":{"rendered":"https:\/\/lag.gtpccgalaxie.de\/der-antrieb-wandert-in-den-trailer\/"},"modified":"2023-03-31T10:05:54","modified_gmt":"2023-03-31T08:05:54","slug":"der-antrieb-wandert-in-den-trailer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/der-antrieb-wandert-in-den-trailer\/","title":{"rendered":"Der Antrieb wandert in den Trailer"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Kooperation mit Krone entwickelt das Start-up Trailer Dynamics eine elektrische Achse, die unabh\u00e4ngig von der Sattelzugmaschine agiert. Trailer-Dynamics-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Abdullah Jaber berichtet von dem Konzept, das zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beitragen soll. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1641,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-1646","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sustainability-de"],"acf":{"bildunterschrift":"Der eTrailer wurde als elektrischer Antriebsstrang f\u00fcr Langstrecken-Lkws 2022 mit dem \u201eInnovationspreis\u201c des Netzwerks Zenit sowie dem eco-perfomance Award ausgezeichnet.","foto-credit":"Trailer Dynamics","autor":"Juliane Gringer","gastautor_firmaposition":"","zuerst_publiziert":"Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der Denkfabrik","absatz_1_bis_3":"Wenn man einen 40-Tonner elektrisch antreiben will \u2013 warum steckt man dann die Batterie nicht in den Trailer statt in die Sattelzugmaschine? Mit dieser Idee entstand der eTrailer, den das Aachener Start-up Trailer Dynamics und Krone gemeinsam entwickelt haben: eine leistungsf\u00e4hige elektrische Achse, die unabh\u00e4ngig von der Sattelzugmaschine arbeitet. Abdullah Jaber ist einer der smarten K\u00f6pfe hinter dem System: Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Trailer Dynamics hat er die technische Leitung inne. \u201eWenn man im Schwerlastverkehr wirklich emissionsfrei fahren will, ist die Sattelzugmaschine in ihrer Tragf\u00e4higkeit und in ihrem Volumen nur sehr begrenzt dazu in der Lage, die Batterie zu bef\u00f6rdern. Aber der Trailer hat alles: Er kann die Batterie tragen und verstauen, ohne die erlaubten Achslasten zu \u00fcberschreiten.\u201c   \n<h2>In Kombination mit Dieselfahrzeug entsteht ein elektrischer Plug-in-Hybrid<\/h2>\nDie elektrifizierte Achse ersetzt eine der herk\u00f6mmlichen Achsen im Trailer. \u00dcber einen sensorischen K\u00f6nigszapfen kann der elektrische Antriebsstrang auch ohne Steuerungseingaben der Sattelzugmaschine funktionssicher und in Echtzeit nachgef\u00fchrt werden. Das System l\u00e4sst sich mit allen g\u00e4ngigen Sattelzugmaschinen kombinieren. Diese werden mit der zus\u00e4tzlichen eAchsen-Leistung im Antrieb unterst\u00fctzt und k\u00f6nnen auch kleiner dimensioniert werden \u2013 damit sinken sowohl die laufenden Betriebskosten als auch die Total Cost of Ownership. Die Kombination aus eTrailer und Dieselfahrzeug schafft einen elektrischen Plug-in-Hybrid. Diesel-Lkws werden damit CO2-\u00e4rmer, und elektrischen Sattelzugmaschinen erm\u00f6glicht der eTrailer eine sp\u00fcrbare Reichweitenerh\u00f6hung. Technisch vergleicht Jaber den eTrailer mit einem E-Bike: Die Sattelzugmaschine und der eTrailer sind gegenseitig austauschbar und kommunizieren miteinander, allerdings nicht viel \u2013 genau, wie das bei einem Radfahrer und seinem E-Bike der Fall ist. Der Radler bedient die Pedale und Bremsen, aber viel mehr ist dar\u00fcber hinaus nicht n\u00f6tig, um vorw\u00e4rtszukommen. Genauso m\u00fcsse der eTrailer ein St\u00fcck weit eigenst\u00e4ndig antizipieren, was der Fahrer in der Zugmaschine macht: \u201eWenn er in die Kurve f\u00e4hrt oder an der Ampel steht, darf der Trailer nicht eigenst\u00e4ndig Schub geben.\u201c Der eTrailer macht, genau wie ein E-Bike, die Fahrwiderst\u00e4nde geringer und hilft der Sattelzugmaschine, leichter gegen diese anzukommen. Bis zu 70 Prozent des Fahrwiderstands entfallen ohnehin auf den Trailer \u2013 die Steuerung befindet sich dort also genau an der richtigen Stelle.     \n\n    ","absatz_4_bis_ende":"<h2>Diskrepanz zwischen Emissionsvorgaben und Effizienz<\/h2>\nEigentlich besch\u00e4ftigte sich Abdullah Jaber als studierter Physiker lange Zeit mit Themen wie der Natur der Gravitation. Doch in seiner Diplomarbeit war er der Frage nachgegangen, wie Nutzfahrzeuge effizienter werden k\u00f6nnen. Damals erkannte er die Diskrepanz zwischen den NOX Emissionsvorgaben und dem Wirkungsgrad der Dieselmotoren \u201eJe sauberer ein Fahrzeug ist, desto schwieriger wird es, das Effizienzmaximum zu erreichen. Zudem spielen nat\u00fcrlich die Bed\u00fcrfnisse der Spediteure eine wichtige Rolle. Diese wollen m\u00f6glichst viel Volumen und Nutzlast von A nach B transportieren. Unter Ber\u00fccksichtigung der bisherigen Vorgaben bez\u00fcglich der L\u00e4nge, Breite und H\u00f6he von Fahrzeugen haben wir daher vorgeschlagen, dass der Gesetzgeber beispielsweise mehr Raum geben sollte, um die Aerodynamik zu verbessern.\u201c Denn der Kunde will nat\u00fcrlich einen Laderaum mit maximaler Nutzlast und gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichem Nutzvolumen. Auch mehr Nutzlast w\u00e4re w\u00fcnschenswert, weil die Batterien zus\u00e4tzliches Gewicht verursachen: \u201eNat\u00fcrlich gab es in dem Moment keine L\u00f6sungen in diese Richtungen.\u201c Mit einem Designer und mehreren Ingenieuren entwickelte Jaber sp\u00e4ter eine sogenannte aufblasbare aerodynamische Applikation f\u00fcr Nutzfahrzeuge, der die Aerodynamik verbesserte. Sie kamen damals auch schon mit Krone dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch: \u201eAber wir waren unserer Zeit vielleicht etwas voraus \u2013 es gab noch nicht die n\u00f6tigen Richtlinien, die so einen Anbau erlaubt h\u00e4tten.\u201c   \n\n  \n<h2>Die Vision vom elektrisch angetriebenen Trailer<\/h2>\n2018 sprang Jaber gemeinsam mit einem kleinen Team ins kalte Wasser und gr\u00fcndete mithilfe des Investors Michael Nimtsch das Unternehmen Trailer Dynamics. Die Vision: einen elektrisch angetriebenen Trailer zu entwickeln, der zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen Logistik f\u00fcr Langstrecken-Lkws beitragen kann. Und: Der Trailer sollte die Wertsch\u00e4tzung erfahren, die er verdient. \u201eEs war nicht leicht, mit unseren Ideen Geh\u00f6r zu finden. Wir haben mit vielen gro\u00dfen Fahrzeugbauern gesprochen \u2013 sie haben uns nicht ernst genommen oder fanden die Idee nicht greifbar\u201c, so Jaber. \u201e2020 kamen wir jedoch wieder mit Krone in Kontakt, und COO Dr. Stefan Binnewies hat mich an dem Tag, als unsere Unterlagen auf seinem Tisch lagen, direkt zur\u00fcckgerufen.\u201c Obwohl Trailer Dynamics zu dieser Zeit auch mit einem anderen potenziellen Partner in Verhandlungen stand, fiel die Wahl bewusst auf Krone, denn: \u201eMit Geld allein stemmt man so ein Projekt nicht. Es braucht dazu auch Enthusiasmus, technischen Support, Erfahrung, eine Produktionslinie und eine gemeinsame Vision: Hinter alldem konnten wir bei Krone dicke H\u00e4kchen setzen.\u201c Beide Partner erg\u00e4nzen sich mit ihren St\u00e4rken: \u201eKrone wei\u00df, wie man Trailer baut, kennt den Markt, s\u00e4mtliche technische Richtlinien und hat die Erfahrung in der Kommunikation. Und wir als Trailer Dynamics kommen mit unseren verr\u00fcckten Ideen dazu.\u201c    \n\n \n<h2>Aus jedem Nein gelernt<\/h2>\nMit jedem Nein zu seinen Ans\u00e4tzen, dass das Team von Trailer Dynamics verdauen musste, hat es laut Abdullah Jaber hinzugelernt. \u201eImmer wenn jemand sagt, etwas gehe nicht oder mache doch keinen Sinn, hinterfragt man sich und sein Produkt und entwickelt sich dar\u00fcber weiter.\u201c Innerhalb von nur sechs Monaten entstand schlie\u00dflich mit Krone der erste funktionierende Prototyp. \u201eDas hei\u00dft auch, dass wir nicht nur technisch nachweisen konnten, dass unser Ger\u00e4t funktioniert, sondern auch bewiesen haben, dass es eine wirtschaftliche L\u00f6sung ist.\u201c An der haben nun auch viele weitere Akteure der Branche ein gro\u00dfes Interesse. \u201eBei der Entwicklung des eTrailers standen wir immer wieder vor echten Herausforderungen. Wir mussten im Grunde alles neu erfinden und waren oft Pioniere\u201c, erkl\u00e4rt der Technikexperte. Mithilfe eines digitalen Zwillings wurde erprobt, wie der Antrieb auszulegen ist, wie gro\u00df die Batterie ausfallen muss und wie stark die Antriebsleistung der Achse sein soll: \u201eAus diesem digitalen Modell haben wir viel gelernt.\u201c Momentan gibt es Feldtestfahrzeuge, insgesamt rund 20 sollen zur technischen Validierung folgen. \u201eWir liegen gut im Plan\u201c, sagt Abdullah Jaber. Um das Problem der mangelnden Reichweite und der langen Ladezeiten zu l\u00f6sen, denkt Trailer Dynamics \u00fcber ein Konzept nach, bei dem die Batterien unterwegs einfach getauscht werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus biete automatisiertes Fahren laut Jaber ebenfalls viel Potenzial: \u201eWir brauchen die Sattelzugmaschine, aber brauchen wir ohne Fahrer auch eine Fahrerkabine? \u2013 das ist aber noch weiter entfernt\u201c Abdullah Jaber empfindet es als Privileg, sich mit all diesen Themen besch\u00e4ftigen zu d\u00fcrfen und den Klimaschutz mitgestalten zu k\u00f6nnen. \u201eWir reden nicht nur \u00fcber den Klimawandel und \u00fcber Probleme, sondern wir tun etwas.\u201c Mit Freunden um Prof Achim Kampker hat sich Trailer Dynamics dem Verein \u201eIngenieure retten die Welt\u201c angeschlossen: \u201eDas klingt vielleicht etwas abgehoben, aber dahinter steht wirklich die Idee, einen Beitrag zu leisten. Ich denke, wir m\u00fcssen technische Leistungen anbieten, die eine bessere Welt m\u00f6glich machen \u2013 f\u00fcr uns und unsere Kinder\u201c    \n\n     \n\n  ","zitat":"\u201eWir reden nicht nur u\u0308ber den Klimawandel und u\u0308ber Probleme, sondern wir tun etwas.\u201c","zitatgeber":"Abdullah Jaber","zitatgeber_firma":"Trailer Dynamics","zahl":"","zahl_beschreibung":"","zweites_bild":1643,"zweites_bild_bu":"Von seiner Produktionshalle in Eschweiler aus will das Team von Trailer Dynamics Langstrecken-Lkws nachhaltiger machen.","zweites_bild_foto-credit":"Trailer Dynamics","kasten_headline":"Trailer Dynamics","kasten_text":"2018 gegru\u0308ndet, versteht sich als Technologie- Innovator und hat einen intelligenten elektrischen Antriebsstrang fu\u0308r den Trailer entwickelt, der Langstrecken-Lkws nachhaltiger macht. Neben den Gru\u0308ndern Abdullah Jaber und Michael W. Nimtsch ist Jochen M\u00e4hlmann weiterer Gesch\u00e4ftsfu\u0308hrer. 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