{"id":1637,"date":"2023-03-29T17:37:00","date_gmt":"2023-03-29T15:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lag.gtpccgalaxie.de\/kreislaufwirtschaft-mit-hilfe-der-logistik-zurueck-in-die-zukunft\/"},"modified":"2023-03-29T17:37:00","modified_gmt":"2023-03-29T15:37:00","slug":"kreislaufwirtschaft-mit-hilfe-der-logistik-zurueck-in-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/kreislaufwirtschaft-mit-hilfe-der-logistik-zurueck-in-die-zukunft\/","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft: Mit Hilfe der Logistik zur\u00fcck in die Zukunft"},"content":{"rendered":"","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das globale Wirtschaftssystem ist noch immer auf Einweg getrimmt. Das ist eine Verschwendung, die wir uns auf Dauer nicht leisten k\u00f6nnen. Den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft kann die Logistikbranche entscheidend unterst\u00fctzen und Teil der L\u00f6sung sein.  <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1632,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-1637","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sustainability-de"],"acf":{"bildunterschrift":"Elektronik- und Elektrokleinger\u00e4te-Schrott: Recycling ist zwar notwendig, in einer Kreislaufwirtschaft aber immer das letzte Mittel.","foto-credit":"John Cameron\/unsplash","autor":"Moritz Petersen & Johannes Meuer","gastautor_firmaposition":"","zuerst_publiziert":"Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der DVZ","absatz_1_bis_3":"Fr\u00fcher war alles besser. Oder? Zumindest gab es fr\u00fcher viel weniger Abfall. Allen Recyclingbem\u00fchungen zum Trotz: Wir leben in einer exzessiven Wegwerfgesellschaft. Und damit meinen wir gar nicht solche offensichtlichen Absonderlichkeiten wie die Einweg-E-Zigaretten, deren fest verbaute Akkus voller wertvoller Metalle nach kurzer Nutzung zu Tausenden im Restm\u00fcll landen. Nein, Verschwendung von Ressourcen ist ein Eckpfeiler unseres heutigen Wirtschaftssystems. Das glauben Sie nicht? Drei Belege: 1. Die mit der j\u00e4hrlichen globalen Lebensmittelverschwendung verbundenen Treibhausgasemissionen sind gr\u00f6\u00dfer als der Jahreswert von Indien. 2. Im Schnitt steht jedes Auto 95 Prozent des Tages ungenutzt herum und beansprucht Parkraum. 3. Und wie h\u00e4ufig sagen wir \u201eDas ist nicht mehr reparierbar\u201c und sprechen nicht von der technischen Faktenlage, sondern eigentlich von finanziellen Abw\u00e4gungen.          \n\nIst das alles nur anekdotische Evidenz? Der j\u00fcngste \u201eCircularity Gap Report\u201c fasst es in Zahlen: Das globale Wirtschaftssystem ist zu 92,8 Prozent auf Einweg getrimmt. Und das ist problematisch, denn eine solche Verschwendung k\u00f6nnen wir uns auf Dauer nicht leisten. Nonstop-Weltumsegler wie Boris Hermann und Ellen MacArthur wissen, dass sie auf See nur nutzen k\u00f6nnen, was sie vor dem Start ihrer monatelangen T\u00f6rns eingepackt haben. Im planetaren Ma\u00dfstab ist das genauso: Alle Ressourcen sind nur begrenzt verf\u00fcgbar. Allerdings verhalten wir uns, als k\u00f6nnten wir unterwegs anhalten und verschwendete Ressourcen \u201enachtanken\u201c.     \n\nAber was ist mit der Logistik? War hier fr\u00fcher auch alles besser? Sicher war es um das Image der Logistik besser bestellt. Fr\u00fcher war Fernfahrer noch der Traumjob vieler Kinder. Und fr\u00fcher stand die Logistik viel weniger unter \u00f6ffentlichem Druck, die Nachhaltigkeitsbilanz zu verbessern. Darum gab es fr\u00fcher auch weniger Relativismus (\u201eEs sind doch nur X Prozent der CO2-Emissionen!\u201c) und weniger leicht zu durchschauendes Greenwashing, das heute viele echte und verdient zu beklatschende Nachhaltigkeitsbem\u00fchungen \u00fcberdeckt. Auch darum erscheint die Logistik heute h\u00e4ufig eher als Teil des Problems statt (auch) als Teil der L\u00f6sung.      ","absatz_4_bis_ende":"<h2>Recycling ist das letzte Mittel<\/h2>\nW\u00e4re es nicht toll, wenn wir bei beiden Themen die Uhr zur\u00fcckdrehen k\u00f6nnten? Sozusagen zur\u00fcck in die Zukunft? Eine L\u00f6sung f\u00fcr beide Probleme hei\u00dft Kreislaufwirtschaft. Sie ist mittlerweile zentrales politisches Ziel der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften der Welt und beschreibt ein Wirtschaftssystem, das daf\u00fcr Sorge tr\u00e4gt, dass Ressourcen in Materialkreisl\u00e4ufen zirkulieren, statt nach einmaliger Nutzung auf Deponien zu enden oder thermisch \u201erecycelt\u201c zu werden. Wie das geht, fasst der Folks\u00e4nger Pete Seeger zusammen: \u201eIf it can\u2019t be reduced, reused, repaired, rebuilt, refurbished, refinished, resold, recycled or composted, then it should be restricted, redesigned or removed from production.\u201c Recycling steht dabei nicht ohne Grund weit hinten in der Aufz\u00e4hlung. Es ist zwar notwendig, aber in einer Kreislaufwirtschaft immer das letzte Mittel. Denken wir an eine B\u00fccherei. Tausende B\u00fccher in den Regalen werden immer und immer wieder ausgeliehen und schaffen echte Werte: Sie bieten Zerstreuung, neue Kochrezepte, geben Halt, liefern Tipps f\u00fcr die Rasenpflege und so weiter. Nun k\u00f6nnte man B\u00fccher auch einmalig lesen und anschlie\u00dfend recyceln. Dann h\u00e4tten sie maximal als Eierkarton noch einen letzten Auftritt.          \n<h2>Produkte und Gesch\u00e4ftsmodelle<\/h2>\nWas braucht es f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft? Zun\u00e4chst einmal kreislauff\u00e4hige Produkte \u2013 so sie nicht durch Dienstleistungen ersetzt werden k\u00f6nnen. Haltbar, standardisiert, reparierbar, zerlegbar, upgradef\u00e4hig, dokumentiert sind nur Beispiele entsprechender Designanforderungen. Zweitens braucht es Gesch\u00e4ftsmodelle, die nicht auf \u201everkaufen und vergessen\u201c setzen, sondern Produkte vermieten, reparieren, zeitlich begrenzten Zugang verschaffen und so weiter. Beides allein reicht aber noch nicht. Es braucht drittens gut funktionierende, operative Prozesse, mit denen genutzte Produkte eingesammelt, geb\u00fcndelt transportiert, aufbereitet und dem Kreislauf wieder zugef\u00fchrt werden. Das Ganze muss zuverl\u00e4ssig und effizient passieren. Es braucht einen K\u00fcmmerer, der Materialfl\u00fcsse orchestriert und Kreisl\u00e4ufe schlie\u00dft. Lesen Sie hier \u201eLogistik\u201c in gro\u00dfen, leuchtenden Buchstaben \u00fcber den letzten S\u00e4tzen geschrieben? Wir auch. Denn den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft kann die Logistikbranche entscheidend unterst\u00fctzen und Teil der L\u00f6sung sein. Manche Logistikunternehmen sind bereits heute in \u00e4hnlichen Aufgabenfeldern aktiv. Logistik in der Kreislaufwirtschaft wird regionaler, kleinteiliger und weniger berechenbar. Daf\u00fcr kann der Wertsch\u00f6pfungsanteil der Logistik deutlich steigen (und mit ihm die Margen). Und das Beste: Wir ben\u00f6tigen keinen DeLorean und auch keinen Fluxkompensator, um zur\u00fcck in die Zukunft zu kommen. Es braucht lediglich \u00fcber Jahrzehnte erarbeitetes und bew\u00e4hrtes Logistikhandwerk. Wir w\u00fcnschen uns, dass die Logistikbranche die Kreislaufwirtschaft als Entwicklungsm\u00f6glichkeit versteht und so proaktiv den Wandel unterst\u00fctzt und gestaltet.           \n\n     <em>(fw)<\/em>","zitat":"","zitatgeber":"","zitatgeber_firma":"","zahl":"","zahl_beschreibung":"","zweites_bild":1634,"zweites_bild_bu":"Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabf\u00e4lle werden laut Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft j\u00e4hrlich in Deutschland entsorgt.","zweites_bild_foto-credit":"Sigmund\/unsplash","kasten_headline":"\u00dcber die Autoren","kasten_text":"<strong>Moritz Petersen<\/strong> ist Assistant Professor in Sustainable Supply Chain Practice sowie Direktor des Centers for Sustainable Logistics and Supply Chains an der KLU K\u00fchne Logistics University.\n\n<strong>Johannes Meuer<\/strong> ist Associate Professor for Sustainability Strategy and Operations an der KLU.","kasten_bild":null},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1637","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1637"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1637\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1637"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1637"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/info.logistics-alliance-germany.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1637"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}